Blick über Weilheim

Weilheim

Lage / Entfernung (zur Stadt): nordwestlich / ca. 7 km von Monheim

Einwohner: ca. 330 (davon Rothenberg: 30)

Ortssprecher: Michael Schuster (Stadtrat)

Geschichte:

Das Juradorf Weilheim befand sich einst an einer Römerstraße. Wie die Endung „-heim“ verrät, muss es eine Dauersiedlung gewesen sein. Um 1909 entdeckte man an der Südseite der Kirche einen stark verwitterten römischen Grabstein, der aus Solnhofener Kalkschiefer hergestellt ist und eine Totenmahlszene mit vier Gestalten zeigt. Der Stein stammt aus der Zeit um 200 n. Chr.

Im Hochmittelalter hatten die Grafen von Graisbach in Weilheim Besitzungen. Sie stifteten seit dem Jahr 1283 Grundstücke an das Kloster Kaisheim.

Der Ortsname taucht 1308 erstmals auf. Ein Ritter „Heinricus de Weilheim“ vermachte dem Kloster Kaisheim einen Hof. Auch die Schenken von Schweinspoint waren hier begütert. Sie verkauften 1347 an Heinrich von Reichenbach ihre Hofstatt und den Kirchensatz zu Weilheim.

Im Jahr 1361 geht das Patronatsrecht der hl. Luzia und Ottilia samt allen Gütern für 450 Pfund Heller an das Domkapitel Eichstätt über.

Das Emblem des Weilheimer Wappens – vor rotem Schildhaupt ein schreitender goldener Löwe, in Gold eine schräg gestellte blaue Pfeilspitze – weisen auf diese Frühgeschichte hin. Der schreitende Löwe, er ist dem sogenannten Walburgiswappen entnommen, versinnbildlicht die Zugehörigkeit zu Eichstätt. Die Pfeilspitze finden wir im Wappen der Vorbesitzer und zwar derer von Reichenbach wieder.

Die Einführung des Protestantismus im Jahr 1542 unter der Herrschaft von Pfalz Neuburg war nur von kurzer Dauer und ab 1618 waren die Weilheimer wieder katholisch. An den frühgotischen Turm wurde 1742 die Kirche angebaut und am 15. Mai 1747 konsekriert.

Im Jahre 1932 erfolgte durch die Kirchenstiftung unter finanzieller Hilfe des Bistums die Innenrenovierung der Kirche. 1973 wurde eine Heizungsanlage eingebaut und im Jahre 1977 wurde ein elektrisches Geläute installiert. Im Jahr 1981 wurde der Innenraum der Kirche saniert.

Die Außenrenovierung von Turm und Kirchenschiff wurde letztmals 1986 durchgeführt. 1987 konnte das Kriegerdenkmal an der Außenwand der Kirche neu gestaltet werden. Der mit starken Bruchsteinmauern umgebene Friedhof umrandet die Kirche.

Im Zeitraum von 1904 – 1907 wurde die Eisenbahnstrecke von Donauwörth nach Treuchtlingen gebaut. Die Trasse führt direkt an Weilheim vorbei. Wegen des steinigen Untergrunds und der enormen Geländeübergänge war dies mit viel Arbeit und Mühe verbunden.

Positiv waren die Arbeitsmöglichkeiten für die Weilheimer. Jedoch brachte auch die enorme Anzahl an auswärtigen Arbeitern viele Probleme mit sich.

Die beiden Weltkriege von 1914 – 1918 und von 1939 – 1945 forderten auch von der Weilheimer und Rothenberger Bevölkerung ihren Tribut. Während des ersten Weltkriegs sind 12 Männer gefallen und zwei Männer wurden vermisst. Während des zweiten Weltkriegs sind zehn Männer gefallen und neun Männer wurden vermisst.

Nach Kriegsende wurden die zerstörten Gebäude wieder aufgebaut und das Straßennetz erweitert. Am Bahnhof Otting – Weilheim entstand ein Lagerhaus. In Weilheim etablierten sich ein größerer Marmorbetrieb und verschiedene kleinere Gewerbebetriebe.

Die ehemals selbstständige Gemeinde Weilheim ist durch die Landkreis- und Gemeindereform ab 01.05.1978 in die Stadt Monheim eingegliedert worden. Bereits ab dem Schuljahr 1969/1970 wurden die Weilheimer Grund- und Hauptschüler in der Verbandschule Monheim unterrichtet. Die Flurbereinigung durch die Direktion Krumbach, die 1986 ihren Abschluss fand, ergab für die Landwirte eine größere zusammenhängende Anbaufläche. Das seit langem bestehende Problem der Wasserversorgung wurde durch den Anschluss an die Monheimer Wasserleitung gelöst. Zwischenzeitlich wurde auch eine gemeinsame Kläranlage mit der Gemeinde Otting errichtet. Der Sportplatz und das Sportheim sind neu und zeitgemäß gestaltet worden. Der Bahnhof Otting – Weilheim, einziger Halt zwischen Donauwörth und Treuchtlingen, wurde sowohl an den Augsburger als auch an den Nürnberger Verkehrsverbund angeschlossen.

In und für Weilheim ist in letzter Zeit viel geschehen. Es sind verschiedene Baugebiete ausgewiesen worden. Das ehemalige Schaller- und Scheureranwesen erwarb die Stadt Monheim. Auf dem Schalleranwesen befindet sich nun ein Treffpunkt für die Jugend, das Feuerwehrhaus und ein Parkplatz mit Zugang für Kirche und Friedhof. Durch den Erwerb des Scheureranwesens war es möglich einen wirklich gelungenen Dorfplatz zu errichten. Seither hat Weilheim einen richtigen Dorfmittelpunkt.

Erwähnt werden muss auch eine im Weilheimer Raum gelegene Jurahöhle – genannt „Pumperhöhle“. Die Pumperhöhle ist ein Zeugnis vergangener Zeit. Vor der Höhle, die ca. 240 Meter lang sein soll, liegt Geröll aus Dolomit. Nach einigen Windungen befindet sich eine Stelle mit mittelgroßen Tropfsteinen. Die Höhle weist zisternenartige Tiefen auf, in denen das Wasser rauscht. Hinter der ersten Höhle wurde auch eine zweite und dritte mit ca. 10m² Fläche und vier Meter Höhe entdeckt. In eine vierte und weitere Höhle kann man nur liegend eindringen. Reste einer alten Opferstelle in der Nähe der Pumperhöhle geben einen Hinweis auf Menschen, die vor langer Zeit vielleicht in der Höhle gewohnt, in der Umgebung gejagt und ihre Götter verehrt haben. Die heutigen Stadtteile von Monheim, Weilheim und Rothenberg haben zusammen ca. 340 Einwohner.

Das Wappen des Stadtteils Weilheim

Beschreibung des Wappens: Unter rotem Schildhaupt, darin ein schreitender goldener Löwe, in gold eine schräg gestellte blaue Pfeilspitze.

Der Inhalt des Hoheitszeichens ist wie folgt zu begründen: In der Geschichte von Weilheim hatte das Domkapitel Eichstätt erhebliche Bedeutung; es übernahm im Jahre 1361 von den Herren von Reichenbach Grundbesitz und Kirchenpatronat in Weilheim. Durch den Bischof wurde die Pfarrei dem Kapitel inkorporiert. Dargestellt ist dies unter anderem in der Pfarrkirche durch das sog. Walburgiswappen (drei schreitende Löwen), welches zur Kennzeichnung des Eichstätter Domkapitels diente. Durch Übernahme einer der Wappenfiguren in das Schildhaupt des Gemeindewappens werden die langdauernden Beziehungen zu Eichstätt angedeutet. Die Pfeilspitze (sog. Strahl) ist dem Wappen der Reichenbach entnommen, die als Vorbesitzer des Domkapitels für Weilheims Entwicklung wichtig waren.

Wappen zum Download (2,0 MB)

Blick über WeilheimBrunnen in Weilheim