Panoramafoto Monheim mit Storchennest auf dem Oberen Stadttor

Storchennest in Monheim

Viele Jahre lang war das Gerüst für das Storchennest auf dem oberen Stadttor nicht beachtet worden. Dann diente es als Storchenhotel für kurze Übernachtungen. Aber dieses Jahr 2020 blieb es nicht bei einem Kurzbesuch! Die Störche haben das leere Drahtgerüst zum Storchennest ausgebaut und die Beiden scheinen sich bei uns wohlzufühlen. Störche in Monheim – das war ein Traum von Udo Dittl, weshalb er sich dafür eingesetzt hat, die Halterung für das Storchennest auf dem oberen Stadtturm anzubringen. Der männliche Storch erhielt deshalb den Namen „Udo“. Rund 20 Vorschläge gingen für die Findung des Namens für die Storchendame ein. Am Ende fiel die Entscheidung auf den Namen „Moni“ - in Anlehnung an den Namen „Monheim“. Die letzten Störche waren vermutlich zur Zeit des ersten Weltkriegs in Monheim. Umso erfreulicher ist es, wenn sich nach so langer Zeit ein Storchenpaar bei uns niederlässt - die ersten Monheimer Störche seit wohl 100 Jahren!

Storchenvermehrung am oberen Torturm (25.05.2020)

Wir waren uns nicht ganz sicher, doch bei der Befliegung an Christi Himmelfahrt war es nicht zu übersehen. Aus den vier Eiern der Störche sind DREI Küken geschlüpft und nicht zwei. Bei dem vielen Abfall im Horst konnte man es schlecht erkennen. Alle Drei sind wohlauf und haben schon kräftig zugenommen. Kein Wunder, denn so ein Storchenküken kann nach wenigen Tagen schon bis zu 1600g an Nahrung aufnehmen. Und das täglich. Nach 24 Tagen etwa können die Jungstörche schon kurzzeitig stehen. Dies wird so an Pfingsten zu beobachten sein. Nach 7 Wochen haben die Jungen dann etwa die Größe ihrer Eltern, und mit 9 Wochen werden sie dann flügge.

Ende Mai werden die Jungstörche beringt, und in diesem Tun dann gleich der Plastikmüll im Nest entfernt. Vor ein paar Jahren haben die Jungstörche in Höchstädt den Plastikmüll gefressen und sind dann an Darmverschluss verendet. Dies soll natürlich bei uns nicht passieren.

Die Ringe bekommen wir übrigens vom Max-Planck-Institut und diese sind kostenfrei. Doch dazu mehr bei der nächsten Ausgabe der Monheimer Stadtzeitung.

Wolfgang Wild

Storchennachwuchs in Monheim (10.05.2020)

Der warme April 2020 hat der Storchenbrut am Oberen Stadttor gut getan. Es gab zwar ab und zu kalte Nächte, doch insgesamt war der Monat sehr mild. Am 07. Mai sind zwei Küken geschlüpft und die Eltern-Störche haben dafür gesorgt, dass Moos den Horst von unten schützt. So hoffen wir nun, dass sich die beiden Storchenkinder täglich gut stärken und stabil werden. Es sieht gut aus.

Ein Storchen Ei wiegt ca. 100 – 120 Gramm. Nach 32 Tagen etwa ist der Dottersack, der ihnen als Energievorrat zur Verfügung stand,  aufgebraucht  und die Küken picken mit ihrem Schnabel das Ei kaputt. Das Schlüpfen dauert etwa 20 Stunden und sie sind dann völlig erschöpft.

Solange sie klein sind, werden die Küken alle zwei bis drei Stunden gefüttert. Sie wachsen recht schnell, da sie anfangs mehr als ihr halbes Körpergewicht täglich zu sich nehmen.

Bis zur vierten Woche ist immer ein Elternteil am Nest und hält Wache. Drücken wir die Daumen, dass weiterhin alles gut geht.

Wolfgang Wild

Storchenglück in Monheim (23.04.2020)

Wie inzwischen schon jeder gesehen hat, gibt es seit Mitte März 2020 ein Storchenpaar in Monheim. Bis 29.03.2020 waren beide Störche gemeinsam noch auf Futtersuche und ab diesen Zeitpunkt begann das Brüten. Vier Eier sind im Gelege und abwechselnd etwa alle 45 Minuten machen sich einmal der Mann und einmal die Frau Storch auf Futtersuche für sich selbst. Sie ernähren sich von Regenwürmern, Mäuse, Frösche, Großinsekten und auch teilweise von Fischen. Deshalb bevorzugen die Störche Feuchtwiesen, Biotope, Tümpel und Extensiv bewirtschaftete Flächen. Störche sind Wildvögel und sollen nicht gefüttert werden, da sie sonst ihren Naturinstinkt verlieren und nicht mehr zum Überwintern in den Süden ziehen. Aus dem Donau-Ries Kreis ziehen die meisten Störche ab August in Gruppen in die Westroute Richtung Spanien, Marokko nach Mali und Nordghana, während nur wenige  die Ostroute wählen und im Nahen Osten oder nach Ost-/ Südafrika fliegen.

Das Brüten der Eier dauert etwa 32 Tage, so dass wir Anfang Mai mit Nachwuchs rechnen können. Im Moment können und sollen wir das Brutpaar in Ruhe lassen und so wenig wie nur möglich stören. Erst etwa Mitte bis Ende Mai werden die Jungtiere beringt, um eine Wiedererkennung in unserer Gegend feststellen zu können.

Der Storch ist ein Sympathieträger und ist auch in den Fabeln als Glücksbringer unterwegs. Sogar in der Bibel wird er als Teil der Schöpfung erwähnt. Wir dürfen uns glücklich schätzen dass sich nach langer langer Zeit wieder solche Glücksboten bei uns Niedergelassen haben.

Fortsetzung folgt

Wolfgang Wild

 

Können Sie sich an Störche in Monheim erinnern?

Mit dieser Frage habe ich in den letzten Tagen alteingesessene Monheimer angerufen und Spannendes erfahren. Gleich vorneweg: keiner konnte sich an ein Brutpaar auf dem Turm erinnern und der älteste Monheimer, mit dem ich gesprochen habe, war immerhin 95!

In meiner Kindheit gab es keine Störche und auch kein altes Nest auf dem Turm. Dass es überhaupt einmal Störche gegeben haben könnte, darüber habe ich gar nicht nachgedacht - zumindest nicht, bis ich mit dem Kirschner Bartel gesprochen habe.

Er hat mir erzählt, wie er vor vielen Jahren beim Kaffeewirt eine Postkarte oder ein Foto gesehen hat, mit einem Storch und einem Storchenhorst auf dem oberen Stadtturm. Und damit beginnt zumindest die Geschichte, wie unsere Störche heute einen Platz auf dem Turm bekommen haben. Herr Kirschner hat sich erkundigt, was Störche brauchen und wie das denn in Donauwörth mit den Störchen so ist. Damals wurden Störche teilweise mit Schlachtabfällen gefüttert, heute ist das streng verboten. Zum einen um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern und zum anderen damit die Störche Wildtiere bleiben und auch weiter in den Süden wandern. Herr Kirschner hat dann gemeinsam mit Udo Dittl die Idee weiterentwickelt und so kam es dann am Ende zur Nisthilfe für die Störche. Sie wurde im Kreisbauhof gebaut und im Zuge einer Renovierung angebracht.

Das Foto, das Herrn Kirschner motiviert hat, konnte ich leider nicht finden. Aber eine alte Postkarte von 1941 zeigt einen recht renovierungsbedürftigen Turm mit einem Rad für die Störche. Frau Weichenrieder konnte mir das auch bestätigen: sie wusste, dass früher ein Wagenrad Grundlage für das Nest bieten sollte. Sie war auch die erste einer ganzen Reihe von Monheimern, die mir erzählen konnte, dass Mitte der 60er Jahre Störche in Monheim gesehen wurden. Sie waren leider wohl nur auf der Durchreise, wurden aber von vielen beachtet. Die große Frage war schon damals: Finden Störche bei uns genügend Futter? Vor allem die, die damals Kinder waren, haben intensive Erinnerungen an diese Störche auf den Wiesen an der Gailach. Die Störche waren dort, wo heute Schule und Stadthalle sind, sowie auf den nassen Wiesen in Richtung Warching, heute unterhalb der Kläranlage. Diese Wiesen waren oft überschwemmt und im Winter konnte man dort Schlittschuh laufen, fast bis nach Warching.

Helmut Mayer, der „Hirscherwirt“ weiß, wie sein Vater von Störchen auf dem Turm erzählt hat. Die letzten Störche waren vermutlich zur Zeit des ersten Weltkriegs in Monheim.

Umso erfreulicher ist es, wenn nach so einer langen Zeit ein Storchenpaar bei uns brütet. Drücken wir ihnen die Daumen, es wären die ersten echten Monheimer Störche seit wohl 100 Jahren!

Renate Röding

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