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Geschichte der Stadt Monheim

Angefangen von der Dorfgründung über die Erhebung zur Stadt, das ehemalige Kloster und den Sitz des Land- und späteren Amtsgerichts kann Monheim auf eine weitreichende geschichtliche Entwicklung zurückblicken.

Dorfgründung und Stadterhebung

Monheim geht auf eine Dorfgründung des 7./8. Jahrhunderts zurück. Die Erhebung Monheims zur Stadt erfolgte durch die Grafen von Oettingen. Das älteste erhaltene Stadtsiegel zeigt die Jahreszahl 1340.

Das Benediktinerinnenkloster

Von 870 bis 1533 beherbergte das Städtchen in seinen Mauern das einstmals weit über Bayern hinaus berühmte Benediktinerinnenkloster. Als die Äbtissin Liubila 893 das Kloster dem Bischof Erchanbald von Eichstätt übergab, wird Monheim erstmals urkundlich erwähnt. Die Reliquien der hl. Walburga machten den Ort zu einem bedeutenden Wallfahrtszentrum.

Um die Zeit der Klostergründung entstand auf dem Platz der heutigen Stadtpfarrkirche eine Klosterkirche, die zwischen der Mitte des 13. und dem Ende des 15. Jahrhunderts von drei schweren Bränden heimgesucht wurde. Die jetzige Stadtpfarrkirche St. Walburga, stammt aus spätgotischer Zeit. Das Nordportal weist die Jahreszahl 1509 auf. Sie ist eine dreischiffige Halle mit Kreuzrinnengewölbe. Der Innenraum ist barock ausgestattet.

An das Kloster erinnern neben dem „Haus St. Walburg“ der noch erhaltene Westflügel des Kreuzganges mit romanischer Arkadenreihe. Er wurde 1977 so wiederhergestellt, dass er sich heute wieder in seiner ursprünglichen Bauform darstellt. Die ungewöhnliche altertümlich anmutende Anlage, die Einfachheit der Bogenstellungen, die Art des Zahnschnittes und der Spiralmotive bei den Vierpaßsäulen lassen vermuten, dass der Kreuzgang schon vor dem Jahre 1200 entstanden ist.

Die Pfalzgrafenherrschaft in Monheim

Als eine der Folgen des Landshuter Erbfolgekrieges kam Monheim 1505 an das neu gegründete Fürstentum Pfalz-Neuburg, bei dem es bis zum Jahre 1808 verblieb. Es war auch Herzog Ottheinrich von Pfalz-Neuburg, der in seinem Land den protestantischen Glauben einführte und 1530 das Monheimer Benediktinerinnenkloster auflöste. Das Klostergebäude wurde 1574 abgebrochen. Unter Kurfürst Wilhelm wurde 1614 der katholische Glauben wieder eingeführt.

Von der Reformation blieb Monheim zunächst unberührt, wenngleich Martin Luther nach dem Verhör durch Kardinal Cajetan vom 20. zum 21.10.1518 in Monheim übernachtete.

Bis in das späte 14. Jahrhundert hinein war die Stadt mit einer starken Ringmauer umgeben von der zwei wehrhafte Tortürme noch erhalten sind.

Monheim lag nicht nur an der wirtschaftlich bedeutsamen Handelsstraße Nürnberg - Augsburg, sondern auch zentral im Landgerichtsbezirk, so dass der Landgerichtssitz 1523 von Graisbach nach Monheim in das spätere Schloss verlegt wurde, das vom 1.10.1879 bis 1.1.1957 als Amtsgericht diente.

Ca. 1650 wurde das Schloss als Amtssitz des Pfalz-Neuburgischen Pflegers und Landvogtes erbaut. Als im Jahre 1632 der Schwedenkönig Gustav Adolf mit seinen Truppen Monheim durchquerte, wurde dies für die Bevölkerung zu einer leidvollen Epoche. Jahrzehnte vergingen, ehe die Schäden behoben und der frühere Wohlstand wieder eingekehrt war.

Die Juden in Monheim und ihre bauliche Hinterlassenschaft

Am 20.11.1697 wanderten in Monheim die Juden ein, die Monheim im Jahre 1741 wieder verlassen mussten. Eindruckvollstes Zeugnis jüdischen Wirkens in Monheim ist das heutige Rathaus, das von dem reichen Juden Abraham Elias Model 1714 bis 1720 erbaut wurde.

Die alttestamentlichen Motive der wunderschönen Stuckdecke im Festsaal, dem heutigen Sitzungssaal, wurden anlässlich der Restaurierung im Jahre 1978 (und 2 weiterer Räume im Jahre 1994) außerordentlich geglückt wieder freigelegt.

Das 20. Jahrhundert

Im Zug der Industrialisierung verlor das einst in Monheim blühende Nadlerhandwerk an Bedeutung.

Blicken wir auf die jüngere Vergangenheit zurück, so kann man sagen, dass sich Monheim im Laufe der Zeit von einem zunächst rein landwirtschaftlichen Gebiet zu einer vielseitig strukturierten kleinen Industriestadt entwickelt hat.

Die Gemeindereform in den Jahren von 1972 bis 1978 hatte zum Ziel, größere und damit leistungsfähigere Verwaltungsräume und Gebietskörperschaften zu schaffen, um die Chancengleichheit der ländlichen Gemeinden und kleinen Städte gegenüber den Groß- und Mittelstädten herzustellen und zu wahren. Den kleinen Gemeinden wurde die Möglichkeit eröffnet, sich mit einer oder mehreren großen Gemeinden oder einer Stadt zusammenzuschließen, um so eine leistungsstarke politische und wirtschaftliche Einheit zu bilden.

Seit der Durchführung der Landkreis- und Gemeindereform in Bayern in den Jahren von 1972 bis 1978 wurden in die Stadt Monheim die ehemals selbständigen Gemeinden Flotzheim (mit Kreut und Hagenbuch), Itzing, Kölburg, Rehau, Ried, Warching, Weilheim (mit Rothenberg) und Wittesheim (mit Liederberg) eingegliedert - auf einer Gemarkungsfläche von 69 qkm und ca.4.900 Einwohner.