Die Problematik mit dem Borkenkäfer
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In den vergangenen Jahren wurden viele Waldbesitzer mit einer Borkenkäferplage in bisher nicht bekannten Ausmaßen konfrontiert. ßußeres, weithin sichtbares Zeichen für die Katastrophe war eine schnelle Verfärbung der Fichtenkronen. Oft beginnend an der Kronenspitze, war innerhalb weniger Tage die gesamte Krone rot. Jungbestände und Altbestände von Fichte waren betroffen.
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Ursache für die enormen Schäden an der Fichte war die extreme Trockenheit im Sommer, verbunden mit sehr hohen Temperaturen. In Abhängigkeit vom Standort litten die Bäume früher oder später an extremen Wassermangel. Als Folge wurden die Bestände anfällig für den Borkenkäferbefall.
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Borkenkäfer
... nennt man Käfer, die einen großen Teil ihrer Entwicklung und ihres Lebens unter der Rinde von Bäumen verbringen. An vielen Baumarten sind Borkenkäfer bekannt, aber keine dieser Käferarten bewirken derart katastrophale Schäden wie die Fichtenborkenkäfer Buchdrucker und Kupferstecher.
Wärme und Trockenheit sind für beide Käferarten begünstigend. Kühle Temperaturen und Nässe machen ihnen das Leben schwer. Beide Käferarten kommen oft gleichzeitig an geschädigten Fichten vor. Ungewöhnlich war im Jahr 2003 der große Anteil an Kupferstecherschäden. Die Bäume wurden im Gipfelbereich massiv vom Kupferstecher befallen und der Buchdrucker trat oft erst in der Folge am Stamm auf.
Fichtenborkenkäfer: Buchdrucker und Kupferstecher
Der Buchdrucker ist ein ca. 5 mm langes walzenförmiges Käferchen. Er ernährt sich von der lebenden Schicht der Rinde (Kambium) und besiedelt hauptsächlich stärkere Stammteile der Fichte. Auf Grund von spezifischen Duftmustern fliegen die Käfer gezielt geschwächte Fichtenbäume zur Anlage ihrer Brut an. Nach der Begattung legen die weiblichen Käfer senkrechte Muttergänge unter der Rinde der Fichten an. Die befallenen Bäume sind in diesem Stadion durch das Auftreten von reichlich braunem Bohrmehl gut zu erkennen. Links und rechts in den Muttergängen werden die Eier abgelegt (40 - 80 Stück pro Brutbild). Die schlüpfenden Larven fressen von dort aus waagerechte Larvengänge durch das Kambium. Sie unterbrechen dabei den Saftstrom und der Baum stirbt ab. Je nach Witterung fliegen nach 5 bis 10 Wochen die Jungkäfer aus und der Kreislauf beginnt von neuem. Die Altkäfer haben inzwischen meist auch noch Geschwisterbruten angelegt. Aus einer großen Fichte können so im Laufe eines Sommers bis zu 25.000 Jungkäfer ausfliegen. Dieses enorme Vermehrungspotential macht den kleinen Käfer so gefährlich.
Der Kupferstecher ist wesentlich kleiner als der Buchdrucker, er wird nur ca. 2 mm lang. Er besiedelt nur schwächere Stammteile der Fichte mit dünner Borke, sowie stärkere ßste. Im Unterschied zum Buchdrucker legt das Kupferstecherweibchen mehrere, sternförmig auseinanderlaufende Muttergänge an. Im ßbrigen ist die Entwicklung ähnlich wie beim Buchdrucker. Der Bohrmehlauswurf ist beim Kupferstecher nicht so deutlich zu erkennen, da das Bohrmehl feiner ist und schnell vom Wind verweht wird. Der Kupferstecher ist auf Grund seiner geringeren Größe im Allgemeinen nicht so schädlich wie der Buchdrucker. Er ist jedoch ein sehr hartnäckiger Schädling, der in den befallenen Beständen über Jahre hinweg aktiv bleibt.
Die Entwicklung der letzten Jahre
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Als Folge des Orkans Lothar hatte in den geschädigten Fichtenbeständen im Jahr 2001 bereits eine deutliche Zunahme der Käferpopulation begonnen. Das niederschlagsreiche Jahr 2002 bremste diese Entwicklung. Im Laufe des trockenwarmen Sommers 2003 bauten sich jedoch enorme Käferbestände auf. Die Aktivität der Käfer endete erst Anfang Oktober, als die Witterung umschlug. Sinken die Temperaturen unter 20 Grad Celsius, werden die Käfer inaktiv. Den Winter verbringen die Käfer und ihre Brut unter der Rinde der befallenen Bäume. Ausgewachsene Buchdruckerkäfer überwintern nach dem Ausflug aus dem Mutterbaum im Boden. In der Winterruhe können sowohl die Käfer als auch Larven und Puppen tiefe Temperaturen, Schnee und Nässe gut überstehen.
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Der Schadholzanfall durch den Borkenkäfer im Landkreis beläuft sich mittlerweile auf ca. 30.000 Festmeter. Noch ist jedoch der Gesamtschaden nicht zu überblicken, da Bäume, die Anfang oder Mitte September befallen wurden, erst jetzt im Winter Symptome zeigen. Insbesondere die vom Kupferstecher befallenen Fichten erkennt man daran, dass im Laufe des Winters die ganzen Kronen oder Kronenteile absterben. Den Buchdruckerbefall erkennt man daran, dass trotz grüner Krone die Rinde des Baumes abfällt.
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Alle Waldbesitzer sind gesetzlich verpflichtet in ihrem Wald die ordnungsgemäße Bekämpfung der Borkenkäfer durchzuführen.
Für den Waldbesitzer ist es daher wichtig, folgendes zu beachten :
Auch im Winter die Fichtenbestände regelmäßig auf Käferbefall kontrollieren.
Alle befallenen Bäume fällen, auch wenn nur Kronenteile befallen sind.
Das Stammholz verkaufen und abfahren lassen.
Holz das nicht abgefahren wird, entrinden ( oder ab Ende März mit Insektiziden behandeln )
Resthölzer häckseln, eventuell auch verbrennen, Brennholz aus dem Wald herausfahren.
Die neu angefallenen Windwurfschäden zügig und sauber Aufarbeiten.
Die staatlichen Forstdienststellen geben bei Bedarf den Waldbesitzern bei Fragen zur Käferbekämpfung gerne Auskunft.
Durch den hohen Schadholzanfall steht der Holzmarkt stark unter Druck. Wenn möglich sollten die Waldbesitzer auf den Einschlag von gesundem Fichtenstammholz verzichten.
Nach einer starken Borkenkäfervermehrung wird auf jeden Fall ein großer Käferbestand den Winter überstehen. Dazu kommt, dass durch Windwurfschäden neuer Brutraum für die Borkenkäfer entstehen könnte. In welchem Umfang die Käfer zukünftig Schäden verursachen werden, hängt in erster Linie vom Witterungsverlauf des jeweiligen Jahres ab. Aber auch die Aufmerksamkeit und das rasche Handeln der Waldbesitzer sind von entscheidender Bedeutung.
Es gilt im Frühjahr die Regel:
"Lieber einen käferverdächtigen Baum zuviel fällen, als die Entstehung ganzer Käfernester zu verschlafen !!!"